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Eurovision Song Contest > 2015
Reisebericht und Impressionen


Dienstag, 12. Mai 2015


Mit einem Koffer und einem Handgepäck bewaffnet mache ich mich auf den Weg in Richtung Zürich Flughafen. Immer einen Gedanken daran verschwendet, was ich wohl vergessen habe einzupacken. Völlig klar, dass ich nicht zu viel eingepackt habe, sonst habe ich für meine Einkäufe etc. keinen Platz mehr auf der Rückreise. Beim Sicherheitscheck bin ich dann hängengeblieben, da ich vergessen hatte mein Tablet aus dem Handgepäck zu nehmen. So musste ich mein ganzen Handgepäck noch einmal auspacken und dies wurde, ich weiss nicht genau ob noch nach Drogen oder Sprengstoff untersucht. Auf jeden Fall wurde ein Abstrich von meinen elektronischen Geräten genommen und der Sicherheitsbeamte verschwand damit und gab bei seiner Rückkehr auch gleich Entwarnung. Mit nur 10 Minuten Verspätung hob dann der Airbus A321 von niki.com in Richtung Wien vom Zürcher Flughafen ab. Angenehm ist alles andere. Seit meinem letzten Flug habe ich den Eindruck, dass die Sitzabstände noch einmal kleiner gemacht wurden. Es ist eine Zumutung, schon fast Unmenschlich, wie man in den heutigen Fliegern zusammengepfercht wird. Wäre ich eine Legehenne, würde sich wenigstens Animal-Peace für mich einsetzen.



Kaum Abgehoben, wurde auch ein kleiner Snack serviert, welche die ohnehin schon kurze Reisezeit noch verkürzte. Die Sicht war phänomenal. Die hohen Berge, nicht jene von Fräulein Mencke, waren noch immer mit einem Hauch von Schnee bedeckt. Schon ertönte die Durchsage, dass wir den Sinkflug auf Wien Schwechat begonnen haben. Somit also pünktlich um 10:20 Uhr den Touch-Down auf Österreichischem Boden. Hoffentlich ist mein Gepäck mtgekommen. Das Beladen konnte ich in Zürich noch beobachten. Nicht ganz so schnell wie in Zürich wurden uns dann die Koffer auf dem Gepäckband herausgegeben.
Und jetzt so schnell wie möglich auf den Weg in Richtung Stadt und Hotel. Der Empfangsdesk des Song Contests dürfte etwas prominenter beleuchtet sein. Augenfällig war er nicht. Trotzdem habe ich ihn gefunden um mein Ticket für den CAT zu holen. In nur 16 Minuten bin ich so in der Innenstadt von Wien gelandet. Nun noch in die U4 umsteigen und nach einem Halt bereits am Schwedenplatz auszusteigen. Dort in der Nähe werde ich im Hotel Stefanie logieren. Das Einchecken war schnell gemacht und auch der Hinweis im Hotel dass wenn ich allenfalls Rauchen würde mit EUR 250.00 gebüsst würde. Auch dies musste ich als Nichtraucher unterschreiben. Schon etwas komisch, aber es macht Sinn, denn in Österreich wird noch in viele Lokalen geraucht, das kann man sich in der Schweiz überhaupt nicht mehr vorstellen.



Und nun ab in die Wiener Stadthalle. Ich habe mich dazu entschieden bei der U-Bahn Station Stephansplatz einzusteigen und mit der U3 in Richtung Westbahnhof zu fahren. Dort bin ich noch einmal Umgestiegen in Richtung Stadthalle. Beim Verlassen der Station konnte ich auch mit bestem Bemühen nicht feststellen in welche Richtung ich nun laufen sollte. Denn eine gute Beschilderung ist was anderes. So entdeckte ich doch noch eine Tafel welche mir den Weg in Richtung Stadthalle zeigen sollte. Ich bin gelaufen und gelaufen. Nach einem gefühlten Kilometer habe ich eine Rentnerin gefragt ob ich denn nun schon in der Nähe der Stadthalle sei. Sie meinte nein, ich wäre bestimmt schon an ihr vorbeigelaufen. Was bei der Erstellung der Plakate in Vergessenheit geraten ist, ist dass die Bäume jetzt Blätter tragen und die Sicht auf die Stadthalle nicht mehr so leicht auszumachen ist. Ich hoffe das wird noch geändert. Nach einem erheblich verlängerten Fussmarsch habe ich dann die Stadthalle gefunden und auch betreten können.



Das Pressezentrum war schon ganz schön bevölkert. Ich habe nur noch die mir bestbekanntesten Gesichter begrüsst und musste dann auch schon wieder zurück ins Hotel. Denn "Mamma Mia" war ja heute Abend noch angesagt. Abend? Die Show begann um 18:30 Uhr.
Der Start in die Eurovisions Wochen hätte besser nicht sein können, auch das Wetter ist sonnig und sehr warm. Über 2 1/2 Stunden konnte man im Raimund Theater den Melodien von ABBA frönen. Was will man denn noch mehr. Mit Standing Ovantions wurde der Cast mehrfach belohnt, und das zurecht wie ich meine. Der lange Tag neigte sich für mich dem Ende zu. Schlafen ist angesagt, denn schon morgen erwartet mich ein volles Programm.



Mittwoch, 13. Mai 2015

Heute werde ich den Tag mit einer Schifffahrt auf dem Donau-Kanal beginnen. Die "Blue Danube" wird uns für 1 1/2 Stunden auf dem Kanal rumschippern. Leider ist das Wetter heute nicht mehr ganz so schön. Zeitweise regnet es heftig. Trotzdem konnte ich die Fahrt geniessen. Bilder davon zu machen hatte ich keine Lust - denn Wien bei Sonnenschein ist doch viel schöner. Offeriert wurde auch noch ein Frühstücksbuffet, dies obwohl ich in meinem Hotel ja schon gefrühstückt hatte. Aber was soll's da nehme ich mir doch ein zweites Frühstück. Wer weiss wann es zu nächsten Mal was zwischen die Zähne gibt. Scherz beiseite, bei dem kulinarischen Angebot was Wien zu bieten hat, kein Problem etwas passenden zu finden.
Schade war auch, dass es zeietlich nicht gereicht hat bis hinunter zur Donau zu fahren, hätte ich doch, auch wenn das Wetter nicht so rosig war, gerne noch eine Kurve auf der Donau gedreht. Alles in Allem war dieser Ausflug sehr angenehm. Es hatte noch den Seiteneffekt, dass die Ungarische Delegation ebenfalls an Bord war. So konnte man Boogie noch etwas näher kommen, obwohl diese sehr gut von ihrem bärtigen Freund/Mann beschützt wurde.
Zurück am Schwedenplatz, kehrte ich zurück in meine Hotel um das Gepäck zu holen und mich in Richtung Stadthalle zu begeben. Heute mal via U4 und dann U6. Die Halle werde ich ja hoffentlich heute problemlos wiederfinden. Der Sicherheitscheck findet bei jedem Betreten der Stadthalle statt und gleicht mehr oder weniger exakt dem was man sich von Flughäfen gewohnt ist. Es liegt als an einem selber wie gut vorbereitet man dieses Prozedere über sich ergehen lässt. Ich meinerseits bin immer gut vorbereitet, den Gurt bereits abgelegt und alle elektronischen Gadgets im Rucksack verstaut, nur das Tablet und der Laptop separat. So macht man auch dern Sicherheitleuten nicht zusätzliche Arbeit.
Beim Eintreffen im Pressezentrum wurde schon die Probe von Irland übertragen. "Playing With Numbers" von Molly Sterling. Die Halle darf erst am Freitag betreten werden. Somit kann ich nur beurteilen was ich über den Bildschirm sehe. Viele der Interpreten, auch gestern, kamen sich auf der risiegen Bühne etwas verloren vor. Deshalb also nochmals Proben, damit das Feeling auf der Bühne adaptiert werden kann. Für viele Interpreten das erste Mal auf einer Bühne dieses Ausmasses und deshalb schon mehr Fremdkörper als Freund. Auch stellen sich nun die gesanglichen Qualitäten, die Song habe ich ja nur von Videos und den CD's gekannt, ganz anders da. Nicht gerade erschreckend, aber doch sassen nicht alle Töne dort wo man diese erwartet hatte.
Mit San Marino ist dann der Altmeister und Mr. Grand Prix Ralph Siegel wieder in Erscheinung getreten. Mit seiner Lichterkette "Chains Of Light" möchte er San Marino erneut einen Finalplatz bescheren. Früher oft für Deutschland und nun seit Jahren der Hofkomponist für den Kleinstaat in Italien. Wirklich posotiv hat sich Norwegen abgehoben. Beim ersten Durchgang noch etwas holprig, vor allem was die Backing Vocals angeht, kamm immer mehr Glanz aus. Der Zweite, hälftige Schweizer Beitrag beim diesjährigen Contest kommt aus Norwegen. Debrah Scarlett welche mehr Zeit ihres Lebens in Basel verbracht hatte und auch den Dialekt voll drauf hat, entpuppte sich in der Meet the Press Session als schlagfertig und humorvoll. Norwegen war mit seinen Protagonisten das Highlight des heutigen Tages. Auf eine Frage einer Medienfrau zu den Überraschungen welche sie noch im Köcher habe, meine Debrah soll ich Konfetti auf meinem BH zaubern? Das wollwollende Gelächter war voll auf Norwegischer Seite.


(c) Barry Cornewal
Mittlerweile ist auch das Schweizer Grüppchen zu einer Gruppe angewachsen. Einige sind schon seit letztem Samstag in Wien und nun werden es täglich mehr. So haben wir uns auch zusammen geschlossen und sind nach den Proben zu einem gemeinsamen Nachtessen in der Nähe der Stadthalle gelaufen.
Seid bitte ned bös liebe Wiener, aber die Bedienung in dem Restaurant in welchem wir waren, zeugte weder von Effizienz noch von Freundlichkeit und das Warten haben definitiv nicht der Berner erfunden;-). Die servierten Gerichte als sie dann eintrafen waren nicht schlecht, habe aber auch schon besser gegessen. Und die Warterei bis man endlich bezahlen konnte spottete jedem Marathon, okay nicht ganz vier Stunden, aber gefühlte 45 Minuten.



Mit mehr oder weniger gefülltem Magen machten wir uns dann in verschiedenen Richtungen auf den Weg unsere Wohnungen bzw. Hotels aufzusuchen. Die Tage sind lang und ein Opa ist ja auch kein Schnellzug. Wieder geht ein Tag voller Erlebnisse zu Ende und es werden derer noch viele folgen.
Donnerstag, 14. Mai 2015

Nach einer relativ kurzen Nacht geht es schon wieder in die nächste Probenrunde. Bewusst habe ich die beiden ersten Länder von heute ausgelassen, da mir diese Songs nicht sonderlich zusagen. Was aber nur meinen persönlichen Geschmack widerspiegelt. Wen ich aber auf keinen Fall verpassen wollte war Elnur aus Aserbaidschan. Ich finde diese Komposition einfach schön, und wenn diese gesanglich "live" auch noch so gut wie die Studio-Version umgesetzt werden kann wird meine Begeisterung für diesen Beitrag nicht abnehmen. Und ich wurde nicht enttäuscht was den Gesang anbelangt. Die Umsetzung mit den beiden Tänzern ist für mein Auge noch etwas gewöhnungsbedürftig. Wenn diese beiden Tänzer jedoch in einer Vollmontur als Wölfe auf der Büne agieren werden, sieht das ganze schon anders aus. Auf jeden Fall sehe ich Aserbaidschan ins Finale einziehen.
Bei Island ist meine Meinung noch etwas gespalten. Maria ist unsicher und sehr auf die Backing-Vocals abgestützt. Wäre da nicht Hera Björk im Hintergrund die den Leadvocal dubbed, sähe ich schwarz für diesen Beitrag. Sie hat jedoch noch ein paar Tage dies zu verbessern und ihre Unsicherheit abzulegen.
Nun kam das erste Highlight der Proben heute mit Mons aus Schweden. Das mit den Rechten der 3-D Animation scheint nun geregelt und die Performance kann wie geplant stattfinden. Technisch sicherlich nicht ganz einfach umzusetzen. Noch wurden bei der Einspielung der Effekte auf Mons verpixelt. Aber ich bin mir sicher, dass dies die Technik auch noch schaffen wird. Der Song lebt von der Umsetzung auf der Bühne, als Radiohit eher weniger tauglich. Aber Schweden fokussiert sich auf die 3 Minuten und wenn sie es schaffen das Publikum zu überzeugen, haben sie es geschafft.



Mit Spannung warten wir nun auf unsere Mélanie. Die Umsetzung ihrer Songs wurde noch lebendiger und der hintergrund ist einfach Klasse. Und Mélanie strahlte von der ersten Sekunde an. Durch die Standtoms welchen den Backing-Vocals zur Verfügug gestellt wurden, gewinnt die ganze Performance an Lebendigkeit. Der statische Chor, zweimal wip nach links und dann nach rechts, wie in den 80-er Jahren ist weg. Bravo. Das Licht stimmte noch nicht in allen Einstellungen. Dafür sind die Proben ja da, damit solche Änderungen noch angebracht werden können.


(c) Thomas Hanses (EBU)

Sehr professionel meistere Mélanie auch die anschliessende Pressekonferenz (Meet & Greet) mit der Presse und den Fans. Mit ihrer leichten und fröhlichen Art sackte sich die anwesenden Zuschauer ein. Auch übte sie Geduld bis jeder zu seinem Foto und einem Autogramm kam. Und klappte es nicht beim ersten Mal, Rohrkrepierer bei den Kameras der Fans, wartete man bis das Foto doch noch gemacht werden konnte. Einfach toll unsere Vertreterin.



Den wohl romantischsten Song in diesem Jahr hat Zypern zu bieten. Etwas altbacken und trotzdem weder kitschig noch schwülstig, ein Song den man sich im Sommer unter dem Schatten von Bäumen reinziehen kann und die Seele baumeln lassen. Moderner, ja sehr modern kommt der Song aus Slowenien. Ich kann mich nicht erinnern dass eine Sängerin je mit einem Kopfhörer aufgetreten ist. Diese Ungetümmer setzt man sich für Studio Aufnahmen auf und ist froh sie danach wieder loszuwerden, nicht so Maarya. Sie zelebriert diesen auf mich etwas skruil wirkenden Auftritt einfach mal so um, bin ich zu konservativ oder etwas schon zu alt ?

Nach diesem Auftritt beschlossen wir uns in die Stadt zu begeben. Die Gruppe heute etwas kleiner aber trotzdem ist niemand alleine. Machten wir uns auf in die innere Stadt von Wien. Geplant war ein Schnitzel-Plausch bei einem sehr bekannten Anbieter. Da sich vor dessen beiden restaurants aber meterlange Schlangen bildeten, entschlossen wir uns nicht zur Nummer 1 zu gehen. Dies hatte sich dann auch noch gelohnt. Wir wurden freundlich empfangen und sehr zuvorkommende bedient. Der Wiener Schmäh kam durch und liess uns gleich wohlfühlen. Eine gute Entscheidung mal was anderes zu probieren. Mit sehr viel Witz und Humor wurden uns die Speisen und Getränke schmackhaft gemacht, diese waren es auch. Und da dieser Schuppen äxgüsi Restaurant nicht ganz so voll besetzt war, wurde und alle Beachtung zu 100% geschenkt. Ein toller Abend der dann aus Müdigkeitsgründen doch abgebrochen werden musste. So ging es zu Fuss für den einen und für die anderen mit der U-Bahn in Richtung der jeweiligen Schlafstätten.
Freitag, 15. Mai 2015

Wettermässig wurden wir gestern und auch heute nicht sonderlich verwöhnt. Aber die Wettervorhersagen zeigen nun stil nach Oben. Wien ist aber auch Indoor immer eine Reise wert. Soviel Kultur auf einem Haufen trifft man selten in einer Stadt an. Aber für uns noch spannender ist natürlich der Song Contest. Heute dürfen wir zum ersten Mal "live" in die Halle zu den Proben.
Die Halle ist, und das war schon von der Anzahl der zu beherbergenden Zuschauer zu erahnen, nicht so gross. Die Bühne fritt einen immensen Teil des Platzes weg und auch der Green Room mitten in der Arena verwehrt hunderten von Fans das Liveerlebnis. Dies ist aber gegeben, wir müssen damit leben.
Die Bühne hingegen ist wieder einmal multifuntional gross, beinahe zu gross für einige Act, die schlichtweg kaum zu erkennen sind. Weniger wäre hier manchmal mehr. Ich habe nicht alle Performances des ersten Semi-Final in der Halle angeschaut. Was ich auf jeden Fall bemerken muss ist, dass das erste Semi-Final nict so hochkarätigt besetzt ist wie das Zweite. Einzig Russland mit der brillianten Sängerin Polina hebt das Niveau. Ich habe auch noch nicht 10 Länder ausmachen können, welche den Sprung in Finale schaffen werden. Moldawien könnte es schaffen, da der junge blonde sicherlich beim Zielpublikum ankommen wird. Nicht so überzeugt bin ich vom Konstrukt der Armenier. Zwar sind da gute Stimmen verwurstelt worden, aber eine Einheit auf der Bühne sieht für mch anders aus. Belgien, gut und schön, aber diese Stimme kann ich nicht ab. Die wohl am meisten Aufsehen erregende Dame aus Holland (Kleid) hat wohl eine wunderschöne Stimme und auch der Song ist nicht schlecht. Vielleicht war es gerade der Effekt auf sich aufmerksam zu machen der Trijnte ins Final verhelfen könnte. Zu schräg, und zwar nicht der Behinderung wegen, kommen für mich die Finnen daher. Wenn hier ein Finaleinzug geschafft wird, dann eher mit dem Mitleidsbonus. Obwohl die Griechin sehr hübsch ist kann ich mit dem "letzten Atem" ebenfalls nicht viel anfangen. Zu kommerziell und schon beim letzten Ton wieder in Vergessenheit geraten.
Die hochfavorisierten Esten bringen es nicht auf den Punkt. Der Song ist langweilig und wird noch langweiliger vorgetragen. Studio Aufnahme gegen Liveperformance gehen da nicht gerade identische Wege. Mazedonien wird es in diesem Jahr wieder schaffen. Daniel kann das Publikum auf seine Seite ziehen, und so viele Mazedonier wie in den anderen europäischen Ländern leben, wird er einen gten Support haben um den Finaleinzug zu schaffen. Einen Song den man gleich mitsingen kann ist "Beauty Never Lies" aus Serbien. Nicht gerade vorteilhaft wird dies auf der Bühne umgesetzt. Ich schnalle es noch ncht ganz was die Message der Umsetzung sein sollte. Bogdana hat aber eine aussergewöhnliche und gute Stimme und ihr Lachen steckt alle an. Ich hoffe es ist das Wesen welches die Menschen zu Schmunzeln bringt und nicht ihre Figur. Manche behaupten es sei Chaira 2, die Maltesin welche ihr Land schon mehrfach vertreten hat. Ungarn ist gut gemeint, aber die politischen Aussagen am Song Contest sollte man tunlichst unterlassen. Es ist ein Lied das auf den Russland / Ukraine Konflikt anzielt und so noch mehr Unbehagen gegen Russland schürt. Mit Belarus wenigstens eine Ausbruch aus den Balladen, dieser Song könnte es auch schaffen weil er einfach etwas anderes ist als die gefühlten 100 Balladen vorher. Ein Lichtblick für die Ohren ist Polina aus Russland, welche in einer Perfektion ihren Song präsentiert der auch die Gefühle transportiert. Hier erlaube ich mir auch anzumerken, dass man die Leistung der Komponisten,Textdichter und der Interpretin bewerten soll und nicht die Politik die im moment von Russland eingeschlagen worden ist.


Georgien (c) Josh Gallo

Die Schülerband aus Dänemark macht sich nicht schlecht. Aber schon hundert mal gehört und deswegen nicht attaktiever geworden. Trotzdem ist auch hier weil der Mitsing-und Klatschfaktor eine Rolle spielt doch etwas was im Ohr hängen bleibt. Albanien hatte gut daran getan nicht den Siegersong der Albanischen Ausscheidung nach Wien zu senden. Das neu gewählte Lied kommt einiges besser rüber. Ein sympatischer Sänger ein belangloses und lieblos umgesetztes Lied kommt aus Rumänien. Hier dürfte man auch auf den Migrantenfaktor zählen um ins Finale zu kommen. Von einer heroischen Bedrohung kann man das Lied von Georgien bezeichnen. Ein Kämpfer, Lanzen und Schwerte im Backdrop, für einen friedlichen Musikwettbewerb für mich klar zu viel Gewalt. Sowas mag ich nicht.

In den öffentlichen Verkehrmittel von Wien, kann aber auch in anderen Städten sein, gibt es immer wieder Gegebenheiten die zum Schmunzeln anregen. Die Türe der U4 öffnet sich. Eine schwanger Frau drängt sich vor und nimmt einen Platz der für Behinderte reserviert sind ein. Kurz darauf, an derselben Haltestelle, steigt ebenfalls eine um einige Jähre ältere Dame mit zwei Gehhilfen ein. Die ältere Dame mache die Schwangere darauf aufmerksam, dass sie ihren Platz haben möchte, wohlverstanden es waren alle drei Plätze um die Schwangere herunm frei. Zickeralarm !!! Da meinte die Schwanger zu der alten Dame, ich habe ebenfalls das recht hier zu sitzen schliesslich bin ich ja schwanger und die drei Plätze um mich herum sind ja noch frei. Stur und lebenserfahren entgegnete ihr die ältere Dame, dass Schwangerschaft keine Behinderung sei und sie beharre auf diesen Sitzplatz. Die Menschen um die beiden keiffenden Weiber schmuntzelten sich zu und schüttelten teilweise ihre Häupter. Wutentbrannt erhob sich die Schwangere und gab den Platz wider Willen frei. Nicht ohne noch einen deftigen Spruch zu lassen. "Sie können nicht mehr schwanger werden, aber ich kann mir noch mehrmals die Haxen brechen bis ich so alt und verbohrt bin". Gelächter in der U-Bahn. Einfach nur amüsant.
Samstag, 16. Mai 2015

Heute gilt es zum zweiten Mal ernst für unsere Mélanie, die zweiten Proben stehen an. Litauen hat wohl den besten Beitrag der baltischen Staaten in diesem Jahr. Dieser Auftritt ist stimmig, nicht experimentell aber auch nicht altbacken. Playing with numbers, hat Molly Sterling mich wohl am Roulette Tisch in den Austria Casinos gesehen? Der irische Beitrag kommt autentisch und hat trotz fehlendem Refrain eine Melodie die sich einnisten könnte. Der Beitrag von San Marino hat den Stempel vom Altmeister Ralph Sigel. Mit den sehr jungen Protagonisten versucht er eine Lichterkette zu bilden. Schöne Melodie, Arrangement schon mehrfach gehört und doch eher zurück in die 80,90er Jahre versetzt. Montenegro setzt auf Bewährtes was weder als innovativ noch als rückständig zu beurteilen ist. Malta hat viel an der Frische verloren. Bei der maltesischen Vorentscheidung war noch mehr Enthusiasmus zu spüren. Der Auftritt wurde ausgefeilt und hat jegliche Emotionen verloren. Norwegen, als heimlicher Favorit gehandelt, macht aus sehr wenig mehr. Mit jedem Auftritt bringen sie uns das "Monster" oder was es denn sein soll etwas näher.
Wie habe ich die Songs aus Portugal geliebt. Mal Fado mal in der Instrumentalisierung zuortbar in den europäischen Süden. Leider ist dies in diesem Jahr nicht der Fall, kommerzieller Einheitsbrei der in all den anderen Songs untergehen wird. Etwas frischer kommen da die Tschechen daher. Seit der ersten Teilnahme und vielen Jahren des Aussetztens waren sie immer etwas glücklos. In diesem Jahr könnte es jedoch klappen den Finaleinzug zu erreichen. Mit dem Song aus Israel kann ich gar nichts anfangen "Golden Boy" von einem angeblich 16-järigen gesungen, ist Disco-Trash und dies auch noch schlecht gemacht. Herausstechen in negativen Sinn wird Lettland, dies ist wohl der Song mit welchem ich am wenigsten, und das über alle 40 Songs anfangen kann. Zu modern, oder ich bin einfach schon zu alt für diese Art von Musik. Hingegen bin ich nach wie vor überzeugt, dass Aserbaidschan einen Finalplatz holen wird. Die Umsetzung auf der Bühne gefällt mir zwar noch immer nicht zu 100 Prozent, die Komposition und die Stimme von Elnur hingegen schon.


Gruppenbild von Schweizer Eurovisions Fans mit Mélanie

Wer singt denn das für Island, ist es Maria Olafs oder doch Hera Björk? Noch immer scheint mir Maria sehr unsicher zu sein auf der Bühne, wohl doch etwas überfordert mit der Aufgabe. Der Song an und für sich lässt sich hören ohne zu nerven, dürfte aber wohl eher schwieriger sein den Sprung ins Finale zu schaffen. Umbaupause und schon einige Minuten/Stunden im Verzug. Und jetzt kommt Schweden, hochfavorisiert und auch mir sehr viel Technik im Hintergrund mussten die Durchläufe mehrmals gestoppt werden. Der Song typisch aus Schweden kommend wirkt aber echt nur wenn die visuellen Elemente eingesetzt werden. Im Radio wird dieser Song wohl eher verschmäht. Und nun sind alle Augen auf unsere Mélanie gerichtet. Was hat sich seit dem ersten Probendurchgang verändert. Von blossem Auge wohl nichts, aber an der Perfektion wurde gut gearbeitet. Leider funktionierten die Lichteffekte der Stand-Toms der Backgroundsängerinnen nicht einwandfrei. Ansonsten eine solider Auftritt, und telegen ist sie unsere Mélanie, sie kann mit der Kamera flirten und mit ihren grossen Augen das Publikum anziehen. Mit Zypern erreichen wir die gefühlt 100ste Ballade in diesem Contest. Ein schönes Liebeslied mit ruhiger Melodie, bereits schon einmal gehört oder schon wieder vergessen ? An die Slowenen kann man sich wohl am besten erinnern, denn wer tritt schon mit einem Kopfhörer auf. Der Slowenische Beitrag ist jedoch erfrischend und wird, so denke ich mal den Sprung ins Finale vom Samstag schaffen. Obwohl "Building Bridges" das Haupt-Thema des Song Contests ist, weiss ich nicht wie das Publikum auf die Sängerin im Rollstuhl reagieren wird. Ebenfalls im ersten Finale die Finnen. Ich finde es zwar sehr gut, dass auch Menschen mit Handikap die Chance haben hier aufzutreten, was wird aber vom Publikum mehr gewerten, das Mitleid der Schicksale oder wirklich der Song. Eine Gratwanderung die schwer einzuschätzen ist.
Und schon ist wieder ein Probetag in der Wiener Stadthalle vorbei. Beim nach Hause fahren ist mir wieder etwas widerfahren was mich nicht ruhen lässt. Zusammen mit weiteren Schweizer Fans haben wir die Halle verlassen. Während wir am Eingang der Delegationen vorbeigingen, wurde ich per Namen von einer mir unbekannten Person begrüsst. "Hallo Herr Baumann", nicht nur ich, sondern auch meine Begleitpersonen waren verwundert. Ich habe noch den ganzen Abend bzw. Nacht darüber nachgedacht, wer und warum mich diese Person kennt, obwohl ich mir nicht bewusst bin diese zu kennen. Strange - oder "Big Brother is watching you".
Sonntag 17. Mai 2015

Ob der Sonntag so süss weitergeht wie er begonnen hat? Schon beim Frühstück ertappte ich mich, dass die Schadenfreude doch eine der schönsten Freuden sein kann. Am Nebentisch hat sich ein Paar hingesetzt um ebenfalls zu Frühstücken. Als die Dame das drei, oder auch fünfminuten Ei köpfte, blieben meine Blicke auf dieser Szene stehen. Greift die Dame doch, ich denke mal aus Not weil sie den Rest auf dem Tisch nicht gesehen hat, zum Zuckerspender. Uups, da kommt aber sehr viel raus. Ihr Mann hätte sie zu diesem Zeitpunkt darauf aufmerksam machen können, doch der schaute ebenfalls gespannt zu was da kommt. Mit dem Löffel, das angeblich zuviel gestreute Salt abgewischt und hopp in den Mund. Weder ihr Mann noch ich konnte es verkneifen zu Lachen. Obwohl sichtlich peinlich, für sie, lächelete sie mit. Bilder die man sich nicht kaufen kann, der Tag war gerettet, sowohl für sie wie auch für mich. Beim Verlassen des Frückstückstisches, habe ich ihnen noch einen süssen Tag gewünscht. Sichtlich erheitert sagte sie Frau, "I bin manchmal so deppert", und wünschte auch mir einen schönen Tag.
Heute werden die 7 Teilnehmerländer, welche direkt ins Finale qualifiziert sind die ersten Proben abhalten. Und am Abend dann der grosse Empfang der Delegationen im Rathaus.

 

Der mit Abstand beliebteste Song der Finalteilnehmer ist Italien, die drei Jungs, pardon jungen Männer, bringen ihre "Grande Amore" stimmlich auf den Punkt, das Messegelände der Expo kann schon mal vorbereitet werden für den Song Contest 2016. Eher bodenständig, aber sehr natürlich kommen die Österreicher daher. Mit Hüten und Zottelfrisuren, eher das Cliché Anti-Star bedienend. Mit Edurne bringt Spanien etwas für's Auge, natürlich auch etwas für's Ohr. Deutschland bringt ein solides Lied auf die Bühne. Mit Ann Sophie auf jeden Fall jemand der sich auf internationalem Parkett gut bewegen kann. Enttäuschen ist die Umsetzung des Britischen Beitrages. Ich mag die Songs der 50er nicht sonderlich gut, was die aber daruf gemacht haben hat keinen roten Faden mehr und nervt mehr als dass es unterhält. Eine zu übertrieben Aussprache hat Lisa Angell die für la "Grande Nation" antritt. Dass man die vergangen Kriege nicht vergessen soll "N'Oubliez pas" ist mir hingegen, wenn auch die Aussage korrekt ist etwas zu politisch. Australien, als Gastland am Jubiläumscontest, hätte bestimmt auch etwas bringen können was nicht den Mainstream abdeckt, sondern positiv und überraschend auffällt - gefehlt, Einheitsbrei der fast schon nervt.

 

Proben fertig und jetzt geht es los zum "Roten Teppich" vor dem Rathaus. Die Organisation gleicht einem babilonischen Wirrwarr. Zuerst wurde ich von korrekten Eingang weggeschickt an einen anderen Eingang, einmal um die ganze Welt bzw. um die Volksoper. Dort wieder zurückgeschickt und das ganze nochmals. Ein Sicherheitsbeamte konnte dan die Wächter des Eingangs noch einmal breefen, und dann hat es bei dritten Mal doch noch geklappt.
Die Bilder zum Roten Teppich habe ich auf Facebook hochgeladen welche unter diesem  Link angerufen werden können.
Nach dem "Roten Teppich" habe ich mich meinen Deutschen Freunden, Bernd, Jack, Jens und Thorsten angschlossen um zur Eröffnung des Euroclubs dabei zu sein. Wer mich kennt, weiss dass dies nicht meine Kernkompetenz ist. Etwas sehr abgelegen in einer Brauerei wurde der aus meiner Sicht überdimensionierte Club eingerichtet. Mir war's schon beim Betreten viel zu laut. Leider gibt es ausser einem Würstli-Wagen ausserhalb des Clubs keine Verpflegungsmöglichkeit. So beschlossen wir gemeinsam ins das gegenübergelegene China Restaurant Essen zu gehen. Günstiger und ebenfalls nahrhafter war es auf jeden Fall. Meine Freunde gingen danach noch einmal zurück in den Club. Ich habe die Strassenbahn genommen bis zur nächsten U-Bahn Station und bin gleich in Richtung Hotel abgefahren. Ich habe den Club gesehen, für mich ist er nichts, was aber keine Wertung für frequentierte Clubbesucher abgeben soll. Jedem nach seinem Gusto.
Montag, 18. Mai 2015

Für einmal sind heute keine Proben abgesagt. Somit bleibt wieder einmal Zeit neue Teile der Stadt zu erkunden. Ich konnte jedoch nicht alle Punkte meiner "To Do Liste" abarbeiten, da ich noch zeitlich gebunden war für verschiedene Interviews. Obwohl ich beim heutigen sonnigen Wetter unbedingt noch auch den Zentralfriedhof gehen wollte. Leider habe ich es nicht geschafft.
Trotzdem konnte ich die Gegend um den Staphansdom noch etwas genauer inspizieren. Bis heute wurde ich auch nie auf der Strasse um Geld angebettelt. Jetzt habe ich auch diese Erfahrung gemacht. Gegenüber dem Museumsquartier wurde mir von einer netten jungen Dame eine Rose angeboten. Das ist jedoch nur ein Trick, den will man dafür etwas geben, ist man Geld, oder was man sonst noch auf sich trögt los. Also aufgepasst - vorsicht ist immer geboten bei ungewöhnlichen Situationen.
Nach meinem Mittagessen habe ich mich dann erneut zur Stadthalle aufgemacht um ab 15:00 Uhr den ersten vollständigen Probedurchlauf des ersten Semi-Finals zu sehen. Ich will mir die Show zum letzten Mal vor dem effektiven Semi-Final vom Dienstag in voller Länge anschauen, damit ich meine persönliche Prognose stellen kann. Okay, ich habe mir schon länger Gedanken über die Länder gemacht welche weiterkommen sollten, habe aber beim besten Willen keine 10 Nationen auswählen können. Was mich aber noch mehr störte war wie unprofessionel die Moderation gemacht wurde. Ich hoffe bloss dass da noch etwas mehe Leben reinkommt.
Letzlich konnte ich mich dann für folgende Teilnehmerländer entscheiden welche weiterkommen sollten.
Moldawien; die Niederlande; Griechenland; Estland; Mazedonien; Serbien; Russland; Dänemark; Albanien und Rumänien.
Am Abend bin ich dann noch mit weiteren Fans des Eurovision Club Switzerland zum Nachtessen gegangen. Diese haben danach noch das Eurovision Village besucht und danach noch den Euroclub. Ich habe mich zurückgezogen und bin für einmal etwas früher ins Hotel zurückgekehrt.
Dienstag, 19. Mai 2015

Heute geht der Song Contest mit dem ersten Semi-Final so richtig los. Da ich mich noch immer nicht so gut fühlte, habe ich beschlossen für einmal auszuschlafen und danach ins Eurovision Village zu gehen. Eine Cover-Band unterhielt das zahlreich anwesende Volk. Plötzlich konnte ich ein weiteres Club Mitglied ausmachen. Wir sind zwar schon einige Tage in Wien aber zu einem Treffen hat es noch nicht gereicht. So individuell wie alle untergebracht sind und auch die Anreisedaten sind mir nicht alle bekannt, also eher schwierig ein Treffen zu vereinbaren. Eine Chance besteht wohl beim Anstehen zu den jeweiligen Live-Shows, denn die will sich bestimmt niemand entgehen lassen. Aber auch da muss es nicht zu einem Treffen kommen, da man sich in den Menschenmassen nicht wirklich finden kann.
Endlich kann die Show beginnen. Werden die Favoriten ihrer Rolle gerecht? Mit Conchita wurde die Show eröffnet und mit wenig Tempo und eher langweilig die Interpreten vom Green-Room auf die Bühne gebeten von wo diese dann Backstage gehen. Immer begleitet von Conchita's "Rise Like A Phoenix". Die Moderation, mit wenig Pepp und eher lustlos wurden die eingeübten Texte vorgetragen. Schade etwas mehr Leben wäre hier angebracht gewesen. Die Technik und die optische Umsetzung hingegen waren sehr gut gemacht.
Nicht mehr in Ketten gefesselt trat der junge Ukrainer Eduard Romanyuta auf. Er versuchte mit seinem Song "I Want Your Love" das Publikum auf seine Seite ziehen. Schwerfälliger und für mich zu stark politisch angehaucht war. Den Genozid an den Armenier, obwohl schon in abgeschächter Version auf die Bühne zu bringen, sollte einfach ganz untersagt werden. es handelt sich um einen Song Contest und nicht um eine Politveranstaltung. Für den Titel aus Belgien bin ich nun wirklich bereits zu alt. Kann mit dem jungen Belgier nichts anfangen und dachte auch dass er es nicht schaffen werde. Trotz Skandal, mit der zerrissenen Robe, gefällt mir sowohl die Komposition als auch die Stimme von Trinjte sehr gut. Auch wenn ich es positiv finde, dass Menschen mit Behinderung die gleiche Chance erhalten wie Menschen ohne Behinderung, fand ich den Beitrag einfach nur grottenschlecht. Hoffe, dass das Publikum wie auch die Jury nicht einen Mitleidsbonus geben wird. Griechenland muss weiterkommen, das mit dieser Diaspora keine andere Wahl besteht, obwohl den Song finde ich ebenfalls nicht sonderlich stark.
Estland ist zusammen mit Russland hochfavorisiert. Der Song "Goodbye To Yesterday" ist nicht schlecht, obwohl hier der männliche Part "Stig Rästa" vor allem für den Erfolg sorgen wird, wenn dem denn so ist. Uih, da hat Daniel aber nicht jeden Ton getroffen. Mir gefällt der Song, aber mit diesen tonalen Schnitzern denke ich nicht dass er es schaffen wird. Bogdana aus Serbien ist so gut wie gesetzt. Sie versprüht eine Lebendigkeit und ist, wie man so schon sagen kann, für jeden Scheiss zu haben. Natürlich und voll Energie wird sie den Einzug ins Finale schaffen. Bin ich jetzt schon eingeschlafen ? So ein langeweiliges Lied, zwar sehr gut stimmlich arrangiert, aber schon wieder ein Anti-Krieg Song - muss das denn wirklich sein? Hoffe das sie den Sprung ins Finale verfehlen werden. Weissrussland hat den Vorteil keine Ballade zu sein, so kann man sich noch etwas absetzen. Jedoch überzeugt bin ich von diesem Song nicht. Ein Highlight ist ganz bestimmt Polina Gagarina mit den "Milliion Voices" ein Friedenlied aus Russland? Will man Putin eins auswischen, oder steht er dahinter um das Image aufzubessern? Polina hat rein musikalisch den Einzug ins Finale verdient. Mehr als eine Schülerband ist "Anti Social Media" aus Dänemark nicht. Mir gefällt der Song und ich würde diesen auch gerne im Finale sehen. Albanien sollte mit dem Song "I'm Alive" nicht dem Sieger der nationalen Ausscheidung die Hürde ins Finale schaffen. Rumänien macht zwar auch auf einen Missstand aufmerksam, der durch die ganze Globalisierung zu Stande kommt. Eltern verlassen aus ökonomischen Gründen das Heimatland und lassen ihre Kinder in der Obhut von wem auch immer. Kinder ohne Eltern, berührend und wirklich auf den Punkt gebracht. Den letzten Song finde ich gelinde gesagt auch das Letzte. "Warrior", warum muss immer gekämpft werden. Mir ist klar dass Georgien von Russland unterdrückt wird aber auf dem Eurovisions-Parkett sollte dieser Konflikt nicht ausgetragen werden.
Wie liege ich mit meiner Prognose? Nun ein paar Minuten wird es wohl noch dauern. Dann die Gewissheit, dass ich nur 6 Nationen korrekt eingeschätzt habe. Ins Finale haben es folgende Länder geschafft:
Armenien; Belgien; Griechenland; Estland; Serbien; Ungarn; Russland; Albanien; Rumänien und Georgien.
Es wird überwiegend ein Contest des Ostens. Glücklich bin ich aber das der Mitleidsbonus für Finnland nicht gegriffen hat.
Good Evening Europe.
Mittwoch, 20. Mai 2015
Donnerstag, 21. Mai 2015

Heute Abend geht es für Mélanie René um die Wurst, besser gesagt um den Finaleinzug. Ich habe mich etwas vom Song Contest distanziert und wieder eine Sehenswürdigkeit von Wien besucht, den Zentralfriedhof. Ich wollte unbedingt die letzte Ruhestätte von Udo Jürgens besuchen. Ein einfaches Unterfangen war dies jedoch nicht. Ich habe wohl noch nie so eine grosse Friedhofanlage in meinem ganzen Leben gesehen. Dass dort auch noch Fiaker-Rundfahrten angeboten werden und diese Ruhestätt auch per Auto befahren werden kann befremdete mich etwas. für mich hatte es mehr den Eindruck eines Naherholungsgebietes hinterlassen, nur die Grillplätze fehlten. Schon beinahe verzweifelt wollte ich aufgeben, dann konnte ich die Gedenkstätte von Udo noch finden.



Nach ein paar Gedanken der Stille bin ich dann wieder zurück in die Stadt gefahren. Noch letzte Vorbereitungen zu treffen für den wichtigen Abend aus Sicht der Schweiz. Vergeblich habe ich noch versucht mit dem SRF ein paar Stimmungsbilder zu drehen, was aber nicht daran lag dass das SF nicht da war sondern einfach alle Schweizer Fans etwas individuell organisiert sind. Zum Glück konnte es Michel Birri zusammen mit Markus Krucker doch noch schaffen die einen oder anderen Fans in Bild und Ton festzuhalten.

Mélanie wird einen sehr schweren Stand haben, da sie sich doch im sehr viel stärkeren Bewerberfeld behaupten muss. Die Hoffnung stirbt aber bekanntlich zuletzt. Ich bin nach wie vor für einen Finalplatz für Mélanie. Schon nach der Eröffnung des zweiten Semi-Finals muss ich dies nun doch loswerden. Die drei Moderatorinnen sind grottenschlecht, statisch kein Witz keine Emotion. Alice Tumler ist wohl noch diejenige die das am profesionellsten macht, den Rest kann man vergessen. Da hat das ORF, welches auf Frauenpower gesetzt hat ganz schön in die Sch.... gegriffen. Aber es geht noch peinlicher. Mit der Wahl von Conchita als Green Room Moderatorin. "You look beautiiful - honey" und ähnlichem, waren die Wortwechsel der Siegerin des letzten Jahres nur megapeinlich. Ansonsten ist aber sowohl die Technik die Bühne und die Umsetzung der Beiträge sehr gut gelungen.

Mit Litauen gab es nun sogar einen der emotionalsten Momente. Ein heterosexueller Kuss auf der Bühne. Ein total verliebtes Paar, auch privat, versprühte Lebensfreude pur. Keine Provokation oder Fake - Bravo an Litauen und hoffentlich können wir diesen Beitrag am Samstag noch einmal geniessen. Irland kommt in den latzten Jahren, mit was sie auch immer in Szene setzten nicht mehr in Fahrt. Obwohl mir persönlich der schöne Song von Molly Sterling gefällt, werden wohl die "Numbers" am Ende des Abend nicht ins Final kommen, obwohl ich noch immer hinter diesem Titel stehe. Angebiedert wird man von den Interpreten mit dem Siegel-Song aus San Marino. Michele ist eindeutig der bessere Performer als Anita. Trotzdem haben sie es nicht fertig gebracht die Lichterkette zum Leuchten zu bringen. Der Montenegrinische Beitrag ist gut gesungen, gefällt mir jedoch nicht so gut, wer weiss vielleicht ist das Volk anderer Meinung. Was nun mal gar nicht geht, zwei gleichnamige Titel im Finale. Amber aus Malta hat mir noch nie gefallen und ich hoffe auch dass sie mit der nun leicht veränderten Version nicht ins Finale einsteigen kann. Über Norwegen bleibt nicht viel zu sagen, als Favoriten werden sie es auch ohne grosse Show problemlos ins Finale schaffen. Somit ist die Schweiz sicher schon zur Hälte im Finale. Portugal kommt mir etwas zu fahrig daher. Nicht dass Leonore Andrade nicht singen könnte, aber der Titel ist zu schwerfällig um aus dem Einheitsbrei herauszustechen.
Mit Tschechien erneut ein Paar das versucht ins Finale zu kommen. Wir aber wohl eher beim "möchte" bleiben, obwohl ich diesen Song nicht schlecht finde. Kibuz-Dance à la Israel. Diesen Titel "Golden Boy" hatte ich bis zur ersten Probe überhaupt nicht auf dem Radar. Ein Fehler wie sich jetzt zeigt. Ich finde diesen Song plötzlich sehr gut und er wird bestimmt ohne Zweifel ins Finale gewählt werden. Für mich die absolute Katastrophe ist der Beitrag aus Lettland. Diese "eingespritzte Liebe" kann ich diesem Song nicht abkaufen. Zu modern, oder ich bin einfach schon eine gehörige Portion zu alt für diesen Beitrag, auf jeden Fall möchte ich diesen Beitrag im Finale nicht mehr sehen. Einer meiner Favoriten ist nach wie vor Aserbaidschan. Elnur, obwohl heute nicht gerade in Hochform sollte den Sprung ins Finale schaffen. Dieter Bohlen wirde beim isländischen Beitrag sagen; "Ein paar Töne waren aber nicht da wo sie der Komponist geschrieben hat". Leider ein ganz klares nein für den nördlichen Inselstaat. Charmebolzen und Sexidol Mans aus Schweden hat den Finalplatz, er müsste wohl nicht einmal antreten, für sicher. Minutiös einstudiert und trotzdem lebendig erreicht er das Publikum mit seinen Strichmannli. Für den Song Contest als Sieger möglich, leider nicht radiotauglich. Mélanie hat wohl den besten Auftritt seit sie hier in Wien ist gezeigt. Alles hat perfekt funktioniert und die Strahlefrau hat mächtig mit der Kamera geflirtet. Dies sollte doch nun reichen um das Publikum zu überzeugen für sie anzurufen. Die Fielmann Werbung aus Zypen. Ein simpler Liebessong bring der sympatische John ohne Knall und sonstigen Effekte auf die Bühne. Ich bin mir sicher, dass er es schaffen wird. Mit Slowenien wird das erste Mal eine Sängerin einen Kopfhörer auf der Bühne tragen, gut sie trägt ihn auch sonst immer wenn man sie sieht. Ebenfall privat ein Paar, wird Maraaya den Sprung ins Finale schaffen, denn ihr Mann kann ebenfalls gut flirten. Polen ist für mich kein Finalkandidat, nicht des Rollstuhls wegen, sondern weil der Song einfach langweilig ist.
Hier also meine Prognose für heute Abend: Litauen; Norwegen; Schweden; Schweiz, Zypern; Irland; Slowenien; Israel; Aserbaidschan und Tschechien.
Jetzt geht die lange Warterei wieder los. Ich hoffe bei diesem Semi-Final doch etwas mehr Glück mit meinen Tipps zu haben.
Die Ernüchterung kann mit der Bekanntgabe von Montenegro als  6ter Final-Teilnehmer, von da an war klar dass die Schweiz es nicht schaffen wird ins Finale zu kommen. Verstehen kann ich nach wie vor nicht warum es Polen und Lettland geschafft hat. Das werde ich jedoch erst nach der Bekanntgabe der Wertungen in den Semi-Finalen feststellen können. Wer das wohl mehr Gewicht hatte, das Publikum oder die Expertenjury.
Geschafft haben es: Litauen; Polen; Slowenien; Schweden; Norwegen; Montenegro; Zypern; Aserbaidschan; Lettland und Israel.
Eine herbe Enttäuschung für Mélanie René, welche alles, aber auch wirklich alles gegeben hat um ins Finale zu kommen. Ich hoffe bloss, dass sie an dieser Niederlage nicht zerbricht und bald in einer anderen Form wieder musikalisch auf sich aufmerksam machen kann. Danke Mélanie, du warst Spitze und hast alles gut gemacht, leider hat dies Europa nicht honoriert.
Freitag, 22. Mai 2015
Samstag, 23. Mai 2015

Heute am Finaltag zeigt sich Wien von einer Seite die den vielen Besuchern nicht gefällt. Seit dem frühen Morgen regnet es ohne Unterbruch. Dies hat bestimmt einen grossen Einfluss auf das Public Viewing am Rathaus und auch sonst auf die Stimung. Schade dass Petrus kein Einsehen hat und heute, wie die ganze letzte Woche, die Sonne wieder scheinen lässt.
 
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